Mit Jacken hab ich es ja nicht so, ihr seht es an der niedrigen Nummer. Wenn, dann nur Jacken ohne Knöpfe (Ausnahme: Babyjacken!). Aber ab und zu sehe ich doch ein Beispiel, wie schön eine Jacke sein kann. Deshalb habe ich vor über einem Jahr eine Boucléjacke, na eher ein Jäckchen, begonnen, das ich bei Wolle Rödel im Internet gefunden hatte. Nach einer sehr kurzen Anfangseuphorie lag mein Bouclé-Projekt seitdem im Schrank. Ich hatte die Lust daran verloren, weil sich das DROPS Alpaca Bouclé Garn total schlecht verarbeiten lässt. Man bleibt ständig mit den Nadeln in den falschen Schlaufen hängen und die vielen Farben im ständigen Wechsel nervten, weil die Fäden immer wieder mühevoll entwirrt werden mussten.
Ein neuer Anlauf sollte die Altlast beseitigen. Ich übte mich in Geduld und es ging langsam aber sicher voran. Ich hatte lange überlegt, ob ich die Jacke in einem Stück stricke oder in getrennten Rücken- und Vorderteilen. Ich entschied mich für getrennte Teile, weil ich plante, die Vorderteile spiegelverkehrt zu stricken, damit ich die Fadenübergänge beim Farbwechsel immer in den Seitennähten verstecken könnte. Unterwegs musste ich jedoch feststellen, dass meine langen Überlegungen umsonst gewesen waren. Das Muster der Krausrippen sieht beim Farbwechsel nicht auf Vorder- und Rückseite gleich aus. Ich habe hin und her probiert, aber es ließ sich nicht hinkriegen, wenn ich rechte Krausrippen stricken wollte. Ein Vorderteil hatte die Farbwechselfäden auf der Vorderöffnung der Jacke, das sah unschön aus. Also habe ich als Lösung den Rand doppelt gestrickt, einmal von innen mit rosa, einmal von außen in schwarz. Das hatte ich bei den Henley Pullis (Nr. 59 und 63) schon gelernt. Sieht echt professionell aus, aber meine Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt. Es war echt viel Arbeit.



















